Das Bild zeigt den Fischer Heinz Oestmann auf seinem Kutter mit frisch gefangenem Fisch, den er in der Nordsee fing und auf dem Fischmarkt verkaufte
Hamburgs letzter Hochseefischer: der verstorbene Heinz Oestmann (Foto: Birgit Gärtner)

Eine echte Hamburgensie – und doch weltberühmt

Das Bild zeigt Fischbrötchen mit verschiedenem Belag, u.a. Krabben, angerichtet auf Holzbrettern und BesteckDabei sein ist alles. Aber wer hier dabei sein will, muss schon etwas früher aufstehen: Im Sommer ab 5 und in den Wintermonaten ab 7 Uhr locken die weltberühmten Marktschreier Menschen aus aller Welt zum Fischmarkt. Immer wieder sonntags finden sich im Sommer etwa 70.000, im Winter zwischen 5.000 und 10.000 Gäste an der Elbe ein. Bis um 9:30 Uhr locken die lautesten und schrägsten Typen mit Angeboten, die wir einfach nicht ablehnen können.

Hamburg war Altona „all to nah bi Hamborg”. So jedenfalls geht die Sage. Demnach ist der Ort, an dem sich Handwerker und Fischer ansiedelten, 1640 unter dänische und 1866 unter preußische Herrschaft gekommen. 1664 wurde Altona das Stadtrecht verliehen. Wie an vielen anderen Orten auch: Mit dem Stadtrecht kam das Marktrecht. Seit 1703 durfte sogar sonntags Handel getrieben werden. „Ursprünglich diente der in Altona abgehaltene Markt zur Versorgung der Bürger mit frischem Fisch. Bereits seit dem frühen 18. Jahrhundert werden auf dem Altonaer Fischmarkt auch Obst, Gemüse und Pflanzen verkauft.

Das Bild zeigt die FischauktionshalleDie Besonderheit, auch sonntags früh geöffnet zu sein, hat laut Wikipedia allerdings damit zu tun, „dass der mit den Fangbooten angelandete Fisch bereits morgens vor dem Kirchgang verkauft werden sollte, um ihn möglichst frisch in die herrschaftlichen Küchen zu bekommen“

Somit wäre also das Geheimnis gelüftet.  Auch wenn heute kaum noch jemand den Fisch rechtzeitig nach dem Kirchgang auf dem Tisch haben muss, um das frühe Aufstehen kommt nicht herum, wer die einmalige Atmosphäre schnuppern will. Der Altonaer Fischmarkt und der raue Charme der weltberühmten Marktschreier ist legendär und ein Muss für Alt- und Neu-Hamburgerinnen sowie Hamburg-Touristen.

Barrierefreiheit:

Grundsätzlich ist der Fischmarkt von allen Seiten barrierefrei zu erreichen. Allerdings besteht ein großer Teil des Bodens aus Kopfsteinpflaster. Für alle, die nicht gut zu Fuß sind, oder gar Hilfsmittel brauchen, ist das eine echte Herausforderung. Hinzu kommt, dass bei bis zu 70.000 Menschen, die im Sommer von 5 bis 9:30 Uhr über den Markt flanieren, das Gedränge entsprechend groß ist.

Die Fischauktionshalle ist ebenfalls barrierefrei, allerdings nur im Erdgeschoss. Aber auch dort herrscht – zumindest in den Sommermonaten – dichtes Gedränge.

Toiletten:

Öffentliche Toiletten sind vorhanden, eine Behinderten-Toilette ist am Toilettenhäuschen ausgeschildert.

Text und Fotos (soweit nicht anders gekennzeichnet): Birgit Gärtner

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