Das Bild zeigt eine skulptur von Hase und Igel und eine Tafel, auf der die Geschichte erzählt wirdMärchenhaft schön

Das Bild zeigt eine Bank vor einem Restaurant, auf der eine Seemannsfigur sitzt Buxtehude liegt nicht nur an der Deutschen Märchenstraße: Mit der liebevoll sanierten Altstadt wirkt das Städtchen, wie einem solchen entsprungen.  Statt Rapunzel auf dem Turm sitzt der alte Käpt´n vor der Schänke. Tagein, tagaus. Mit einer Seelenruhe, die den Menschenschlag im Alten Land nun mal auszeichnet.

Und doch ist es ausgerechnet ein Wettlauf, der den Ort weltbekannt machte: Der Wettlauf zwischen Hase und Igel, den Wikipedia folgendermaßen beschreibt:

„Bei einer zufälligen Begegnung macht sich der Hase über die schiefen Beine des Igels lustig, woraufhin ihn dieser zu einem Wettrennen herausfordert, um den Einsatz eines goldenen ´Lujedor` (Louis d’or) und einer Flasche Branntwein. Bei der späteren Durchführung des Rennens auf einem Acker läuft der Igel nur beim Start ein paar Schritte, hat aber am Ende der Ackerfurche seine ihm zum Verwechseln ähnlich sehende Frau platziert. Als der siegesgewisse Hase heranstürmt, erhebt sich die Frau des Igels und ruft ihm zu: ´Ick bün al hier!` (´Ich bin schon hier!`). Dem Hasen ist die Niederlage unbegreiflich, er verlangt Revanche und führt insgesamt 73 Läufe mit stets demselben Ergebnis durch. Beim 74. Rennen bricht er erschöpft zusammen und stirbt.“

Das Bild zeigt einen Kanal, beleuchtete Häuser und einen AbendhimmelDer Sage nach bellen dort in Buxtehude die Hunde mit dem Schwanz: Das geht laut Stadtgeschichte zurück auf die „Zeit, als die Stadt gegründet wurde. Hierzu holte Erzbischof Giselbert holländische Wasserbauer ins Land, die modernste Technik mitbrachten. Sie schufen im Moor beim schon bestehenden Kloster Buxtehude eine für damalige Zeiten hochmoderne Hafenstadt: nämlich die Stadt Buxtehude. Zur Modernität gehörte als Wahrzeichen einer Handelsstadt und künftigem Mitglied der Hanse eine stattliche Kirche mit einem hohen Turm. Und während auf dem platten Lande die Glocken noch mit einem Hammer angeschlagen wurden, läutete man in Buxtehude die Glocken selbstverständlich mit einem Seil. Dieses Seil franste bald aus und erinnerte an einen Hundeschwanz. Da lag es nahe, die Glocken als Hunde zu bezeichnen und ihr Läuten als Bellen. Die Redensart war geboren und kündet so bis heute von der Fortschrittlichkeit der Buxtehuder Bürger.“

Barrierefreiheit:

Vor etwa 8 Jahren organisierten Studentinnen und Studenten der „Hochschule 21“ eine Rollstuhl-Rally durch die Innenstadt. Dabei stießen sie auf so manches Hindernis – nicht nur, weil sie den Umgang mit dem Rollstuhl nicht gewohnt waren. Denn so hübsch anzusehen die malerischen kleinen und größeren Ortschaften im Alten Land auch Das Bild zeigt Hinweisschilder in verschiedenen Farbensind, für Menschen, die nicht gut zu Fuß sind, ist das Kopfsteinpflaster eine große Herausforderung. Ebenso wie die vielen kleinen und großen Kanten, am Bordstein, in den Eingängen der Geschäfte, usw.

Dem inzwischen verstorbenen Behindertenbeauftragten der Stadt, Wolfgang Holz, ist es zu verdanken, dass sich daran etwas geändert hat: Er lobte einen Preis für die Geschäftstreibenden aus, wenn diese sich einer Prüfung in Sachen Barrierefreiheit unterzogen. Als Folge davon rüsteten einige Ladner ihre Eingänge – zum Teil mit ganz einfachen Mitteln – um. Die Geschäfte wurden im Gegenzug mit dem Rollstuhlfahrerzeichen als barrierefrei ausgezeichnet.

Kirche und Stadthaus sind zugänglich, das Museum wird aktuell umgebaut und nach Wieder-Eröffnung ebenfalls für Menschen mit eingeschränkter Bewegungs-Mobilität zugänglich sein.

Das Einkaufszentrum ist barrierefrei erreichbar und verfügt über Fahrstühle.

Allerdings gibt es an der Umsetzung auch Kritik von Betroffenen. So ist z. B. das Bistro „Hase & Igel“ am Anfang der Einkaufsstraße mit den Rollstuhlfahrerzeichen ausgezeichnet, die Eingangstür muss aber von Hand geöffnet werden. Eine große Hürde z. B. für Menschen im Rollstuhl, aber auch für Eltern mit Kinderwagen. Auch für das Stadthaus Das Bild zeigt gestapelte Stühle in verschiedenen Farben, die zum Paltz nehmen aufforderngilt laut einer Buxtehuderin mit Handicap: Gut gemeint ist nicht unbedingt gut gemacht. Zwar gebe es im Stadthaus Rampen als Alternative zu Stufen, diese seien jedoch viel zu steil und der Abstand zur Wand zu gering.

Der Bahnhof in Buxtehude ist behindertengerecht. Allerdings ist hier zu beachten, dass weder der „Metronom“ noch die S-Bahn ebenerdig mit dem Bahnsteig abschließen. Wer mit dem Metronom anreisen möchte, sollte sich im Vorfeld anmelden, falls Hilfe beim Ein- und Ausstieg benötigt wird. Laut Webseite des HVV ist die S-Bahn mit einer Rampe ausgestattet .

Im Alten Land werden Niederflurbusse eingesetzt, allerdings nicht als Standard. Aber es besteht die Möglichkeit, sich einen solchen zu bestellen. Die Bestellung gilt dann für genau diesen einen Bus.

Ansonsten gibt es die Möglichkeit, sich beim Buxtehuder Tourismus-Servicecenter über barrierefrei zugängliche Das Bild zeigt den Eingang des Cafés Hase und Igel mit der Rollstuhlfahrer-PlaketeGebäude, Geschäfte, Gastronomie, Toiletten, etc. zu erkundigen.

Toiletten:

Neben dem erwähnten Café „Hase&Igel“ ist es möglich, bei „Bäcker Junge“, gleich zu Beginn der Einkaufsstraße, kostenlos eine behindertengerechte Toilette zu benutzen. Das Café ist grundsätzlich barrierefrei, die Eingangstür öffnet automatisch. Am Bahnhof gibt es eine öffentliche Behinderten-Toilette. Für die Nutzung wird der „Euroschlüssel“ benötigt. Dieser ist für 20,- € beim „Club Behinderte und ihre Freunde“ (CBF) zu bestellen. Dieser Schlüssel ermöglicht Menschen mit Handicap freien Zugang zu öffentlichen sanitären Anlagen. Voraussetzung ist, dass sie einen Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 80 im Schwerbehindertenausweis, oder 70% plus Merkzeichen G haben. Bei Vorliegen der Merkzeichen aG, B, H, oder BL erhalten sie den Schlüssel unabhängig vom GdB.

Text und Fotos: Birgit Gärtner

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