Im Eppendorfer Quartier zwischen Martini- und der Frickestraße leben mehr als 600, meist ältere Menschen in Stiftswohnungen, viele mit Handicap. Junge Familien sind in den letzten Jahren hinzugekommen. Ein Anliegen des Vereins MARTINIerLEBEN (ME) ist, diese Menschen durch generationsübergreifende Angebote zu motivieren, aus ihren eigenen vier Wänden herauszukommen und aktiv am gemeinschaftlichen Leben teilzunehmen.Zum Programm gehört das Repair Café, ein Treff, in dem ehrenamtliche Handwerker*innen aus verschiedenen Gewerken den Besucher*innen Hilfe zur Selbsthilfe anbieten, ob beim kaputten Staubsauger, dem platten Reifen oder dem zu weiten Rock. Einmal im Monat treffen sich Interessierte im ME-Café. Dort ist nicht nur Zeit zum Klönen: jedes Mal stellen Fachleute ein spannendes Thema oder die Arbeit ihrer Institution vor. So wurden Geschichten zu Islands Fjorden erzählt, ein bürgernaher Beamter gab Tipps zur Verhinderung von Wohnungseinbrüchen und ein Nachbarschaftsverein berichtete von seinen Aktivitäten im leerstehenden Ladengeschäft. Ebenfalls alle vier Wochen treffen sich große und kleine Sänger*innen aus Altersheim und Kindertagesstätte zum gemeinsamen Musizieren. Erwähnt sei schließlich die „Eppendorfer Masche„, ein Strick- und Häkelevent nicht nur für Frauen.

Drei Personen sitzen an einem Tisch und beugen sich über einen darauf liegenden Bebauungsplan, um das dort abgebildete zu diskutieren

Im Vorstand von ME sitzen neben Anwohner*innen auch Vertreter*innen der Kirchengemeinde St. Martinus, des Kulturhauses Eppendorf, der Bauverein der Elbgemeinden und der Sozialstation Eppendorf. Im kommenden Jahr zieht unser Verein mit anderen Partnern ins Gebäude „Martini44„.

 

 

 

Gepflasterter Fußweg mit einer rechts stehenden, hölzernen Bank. Auf dieser sitzen einige Personen, vor der Bank steht eine Person mit Elektrorollstuhl. Die Personen unterhalten sich miteinander.

 

 

 

 

 

 

Barrierefreiheit
Wer durch das Quartier schlendert, erkennt, dass in diesem Stadtteil Vieles in Sachen Barrierefreiheit schon verändert wurde: Wo Bänke an der Straße stehen, parken keine Autos; Briefkästen sind so tief angebracht, dass auch die Rollstuhlfahrer*innen sie erreichen; Gehweg-Nasen, die in die Fahrbahn reichen, erleichtern das Queren. An der Ecke Fricke-/Schedestraße gibt es einen kleinen, idyllischen Quartiersplatz mit Blumenkübeln und zwei „Seniorenbänken“ – den roten Platz. Im Frühjahr haben wir einen „Barrierefreien Stadtführer“ veröffentlicht. Diese Erfolge gehen auf das Konto der AG Barrierefrei“, einer der Kerngruppen im Verein.In enger Zusammenarbeit mit dem Regionalausschuss EppendorfWinterhude (sitzungsdienst-hamburg-nord.hamburg.de) und intensiver Pressearbeit konnte die Arbeitsgruppe diese Veränderungen auf den Weg bringen. Die Mitglieder haben gelernt, geduldig zu sein: Manche Projekte dauerten mehrere Jahre, bis sie realisiert werden konnten. 2015 begrüßte der RA ausdrücklich die Arbeit des Vereins MARTINIerLEBEN, sein Engagement im Rahmen der Bürgerbeteiligung sowie die Idee eines „barrierefreien Musterquartiers“.

Aber es ist noch viel zu tun. Wir setzen wir uns u.a. dafür ein, dass:

  • auf Straßen mehr Raum für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen geschaffen wird
  • ältere Menschen verlängerte Grünphasen für die Ampelübergänge erhalten
  • die Beleuchtung von Wohnstraßen sich an den Bedürfnissen der Fußgänger*innen orientiert, nicht nur an denen der Autofahrer*innen.

Mehr Informationen unter martinierleben.blogspot.de und martinierleben-barrierefrei.blogspot.de.

Text: Hans Loose, Fotos: MARTINIerLEBEN e.V.

Menü schließen